Injektionen mit Hyaluronsäure

Hyaluronsäure


Hyaluronsäure kommt von Natur aus im menschlichen Körper, insbesondere in den Gelenken, vor. Sie verbessert dort die Gleitfähigkeit im Gelenkraum und trägt zur optimalen Knorpelernährung bei.

 Der mit einer Arthrose einhergehende Gelenkverschleiß kann nicht rückgängig gemacht werden, aber mit Hilfe von künstlich erzeugter Hyaluronsäure, die direkt in das betroffene Gelenk gespritzt wird, kann das Fortschreiten der Arthrose deutlich verlangsamt oder zum Stillstand gebracht werden. Somit ist es möglich, eine gute und nachhaltige Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung zu erzielen. Zusätzlich wird die krankhaft veränderte oder verminderte Gelenkflüssigkeit ersetzt oder qualitativ verbessert und die körpereigene Hyaluronsäureproduktion im Gelenk stimuliert. Vor allem die großen Gelenke (Schulter, Hüfte und Knie) sind gut für eine Hyaluronbehandlung geeignet, aber auch kleine Gelenke wie zum Beispiel das Sprunggelenk und das Daumensattelgelenk können von einer Injektion profitieren. Zunehmend bewährt hat sich die Arthrosebehandlung an den Wirbelgelenken, hier erfolgt das Setzen der Spritze unter Bildwandler bzw. CT Kontrolle.
 Die besten Ergebnisse lassen sich bei einer leichten bis mittelgradigen Arthrose erzielen, aber auch im fortgeschrittenen Stadium sind oft noch erstaunliche Erfolge zu beobachten. 
Bei einer „ausgebrannten“ Arthrose ist die Infiltration von Hyaluronsäure jedoch nicht mehr zu empfehlen. Bei reduzierter Lebensqualität hilft dann ein operativer Eingriff, z. B. ein künstlicher Gelenkersatz.

Behandlungsablauf


Es wird unter sterilen Bedingungen wöchentlich eine Spritze in den Gelenkraum verabreicht. Eine Behandlungsserie besteht aus insgesamt 5 Spritzen – diese Spritzen sind  in der Regel weniger schmerzhaft als eine intramuskuläre Spritze!

 Anschliessend können Sie nach Hause gehen. Sportliche Betätigung wie Nordic Walking oder Radfahren unmittelbar nach einer Behandlung ist vorteilhaft – vom Schwimmen oder Saunieren am gleichen Tag wird wegen des Infektionsrisikos abgeraten.

Nebenwirkungen und Risiken

Der biotechnologisch hergestellte und speziell filtrierte Wirkstoff ist frei von tierischem Eiweiss und daher sehr gut verträglich. Zusätzlich zeichnet er sich durch eine besondere Reinheit und ein biologisch günstiges Molekulargewicht aus.

 Sehr selten kann es nach der Injektion zu einer vorübergehenden Gelenkschwellung oder Überwärmung als leichte Gelenkreizung kommen. Diese klingt allerdings unter Kühlung und Schonung des Gelenks sehr rasch wieder ab. 

In äusserst seltenen Fällen (1:30.000) kann es zu einer Gelenkinfektion kommen, die bei schneller Diagnosestellung meist beherrschbar ist, aber einer operativen Therapie bedarf. Verbleibende Schäden wie eine Gelenkversteifung sind nicht völlig auszuschliessen. Das Setzen der Spritze erfolgt im OP unter Einhaltung der gängigen Empfehlungen der Fachgesellschaften.



Kontraindikation

Eine Hyaluronsäurebehandlung kann unter folgenden Bedingungen nicht vorgenommen werden: Schwangerschaft, Infekt,  Fieber, Haut- oder Weichteilschäden im Injektionsgebiet,  Marcumartherapie (hemmt die Blutgerinnung), Immunschwäche



Verlauf

Die Wirkung ist oft schon während der ersten Behandlungen zu spüren und hält nach Behandlungsabschluss für gewöhnlich 6-12 Monate an. Danach empfiehlt sich eine Wiederholung der Serie – vergleichbar mit einem „Ölwechsel“. Operative Eingriffe können so hinausgezögert und manchmal sogar vermieden werden.



Kosten

Privatleistung nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) , eine Kostenübernahme ist nur durch die private Krankenversicherung möglich. In Einzelfällen übernehmen aber auch gesetzliche Krankenkassen diese Behandlung.

(Quelle: Dr. med. Frank Wischnewsky)

Letzte Aktualisierung: 18.10.2013