Arthrose – Therapie

Zu den primären Zielen einer konservativen Arthrose-Therapie zählen die Schmerzreduktion, eine Beweglichkeitsverbesserung des betroffenen Gelenks sowie das Hinauszögern oder Vermeiden eines operativen bzw. chirurgischen Eingriffes.

Eine optimale Therapie besteht in der Kombination medikamentöser und nicht-medikamentöser Behandlungsmethoden. Auch der Einsatz von Hyaluronsäure ist eine Option. Der erste Schritt einer jeden Arthrose-Therapie sollte jedoch eine gründliche Beratung sein, in der über den Verlauf der Erkrankung, das angeratene alltägliche Verhalten, die körperlichen Belastungen durch Beruf und Sport, die Folgen eines eventuellen Bewegungsmangels sowie den Einsatz regelmäßiger, gelenkschonender Gymnastikübungen – um geschwächte Muskelgruppen zu kräftigen – gesprochen werden sollte.

Physikalische Therapie  |  Medikamentöse Therapie  |  Akupunktur  |  Nahrungseergänzungsmittel

Physikalische Therapie

40084Grundsätzlich richten sich die Strategien einer physikalischen Behandlung eher nach dem Befund der physiotherapeutischen Untersuchung, als nach der allgemeinen Diagnose. Typischerweise haben physikalische Therapiemaßnahmen folgende Ziele: Eine Reduzierung von Schwellungen, den Erhalt und die Verbesserung der Beweglichkeit des Gelenks, die Dehnung und Kräftigung der gelenkführenden Muskulatur sowie eine Schmerzreduktion. Im Regelfall werden nach Auswertung des physiotherapeutischen Befundes aktive und passive Maßnahmen miteinander kombiniert um die oben genannten Therapieziele – natürlich in Abhängigkeit des jeweiligen Befundes – zu erreichen.

Neben Physiotherapie, also Krankengymnastik zum Aufbau der Muskulatur, Wasser- und Bädertherapie können Wärmetherapie in nicht-akuten Stadien oder Kältetherapie im Akutfall Schmerzen lindern. Auch Ultraschall und Elektrotherapie wie die TENS-Therapie werden zur Schmerzlinderung angewendet.

Behandlung mit Medikamenten

Eine medikamentöse Therapie sollte genau auf die Arthrose-Form sowie den jeweiligen Patienten und seiner individuellen Symptomatik abgestimmt werden. Entsprechend kann die Behandlung mit Medikamenten stark variieren und von rein schmerzstillenden über entzündungshemmenden bis hin zu Kortison-haltigen Arzneimitteln zur Schwächung der Immunabwehr. Auch eine Kombination dieser Präparate ist möglich. Meist unterscheidet man diese Medikamente nach der Form der Verabreichung:

Salben und Cremes

Neben Salben, die eine lokale Durchblutungssteigerung auslösen, werden meist Salben und Gele verwendet, die entzündungshemmend sind, sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), die zum Beispiel Diclofenac beinhalten. Der Vorteil derartiger Salben besteht vor allem darin, dass sie den Magen nicht belasten. Darüber hinaus kann zur lokalen Therapie schmerzhafter Punkte eine Kombination aus Lokalanästhetika und löslichen Kortikoiden injiziert werden.

Tabletten

Im Arthrose-Frühstadium, d.h., wenn in der Regel noch keine begleitende Entzündung vorliegt, kann die Gabe eines einfachen Analgetikums wie Paracetamol zur Schmerzlinderung verabreicht werden. Da Paracetamol relativ wenige Nebenwirkungen hat, sollte es das bevorzugte Mittel für die Langzeittherapie sein.

Alle nichtsteroiden Antirheumatika (NSAR), beispielsweise Diclofenac, sollten vor allem bei Patienten angewendet werden, bei denen Paracetamol unwirksam ist. Da NSAR relativ starke Nebenwirkungen haben können, sollte eine ständige Verlaufskontrolle stattfinden

Starke Schmerzmittel können zu Abhängigkeit führen

Starke Schmerzmittel wie Tramadol bringen diverse Nebenwirkungen mit sich (so z.B. Erbrechen, Übelkeit etc.) und können zu Abhängigkeit führen. Dementsprechend sollte Tramadol nur dann verabreicht werden, wenn sowohl Paracetamol als auch NSAR keine Wirkung zeigen und darüber hinaus keine entzündliche Aktivität der Arthrose vorliegt.

Ein noch höheres Abhängigkeitspotentials haben Opioide und wird in der chronischen Behandlung der Arthrose in der Regel vermieden. Jedoch kann der Einsatz selbiger insbesondere bei Patienten sinnvoll sein, wenn eine operative Intervention nicht möglich ist bzw. bei starken Nebenwirkungen der bisher genannten Medikamente.

Akupunktur

Eine Akupunktur-Therapie zeigt zumindest bei einem Teil der Patienten Wirkung und verschafft ihnen Linderung. Gelenkfunktionen haben sich verbessert und die Gelenksteifheit sowie die Schmerzen wurden reduziert.

Nahrungsergänzungsmittel

Zur Unterstützung in der Arthrose-Behandlung ist es möglich die Nahrung mit sogenannten Knorpelschützern anzureichern. Sinn dieses Nahrungsergänzungsmittels ist es, den Knorpelaufbau zu stimulieren und die Qualität der Gelenkschmiere zu verbessern. Darüber hinaus wird diesen Präparaten eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Mögliche Präparate sind Glucosaminsulfat und Chondroitinsulfat, wobei die empfohlene Tagesdosis beim Glucosaminsulfat bei 1500-2000mg und beim Chondroitinsulfat bei 800 bis 1200 mg liegt.

SYSADOA

Bei SYSADOA (Symptomatic Slow Acting Drugs in Osteo-Arthrits) handelt es sich um Knorpelnährstoffe wie Hyaluronsäure, die beispielsweise bei einer Kniearthrose zum Einsatz kommen.

Vorsicht ist jedoch bei Patienten geboten, die Medikamente zur Blutverdünnung wie z.B. Marcumar oder Falithrom einnehmen, denn die Wirkung dieser Präparate kann durch Glucosamin beeinflusst werden, so dass es sogar bis zum Organbluten kommen kann.

Ein weiteres Nahrungsergänzungsmittel, dem eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird, ist die Teufelskralle. Jedoch fehlen bis dato wissenschaftliche Belege für deren tatsächliche Wirksamkeit.

Letzte Aktualisierung: 29.10.2013